Zu schön, um wahr zu sein…
5. Januar 2012
Nicht nur wir haben genug vom Barbie-Look. Einen weiteren Schritt gegen ausufernde Photoshop-Manipulationen beschreitet die amerikanische Kontrollbehörde “National Advertising Division” und kritisiert eine Werbekampagne des Kosmetikherstellers “CoverGirl” als
irreführend. Die Mascarawerbung mit der Countrysängerin Taylor Swift wurde daraufhin aus dem Verkehr gezogen. Erst vor wenigen Monaten hatte die britische “Advertising Standards Authority” aus demselben Grund eine Lancôme-Werbung mit Julia Roberts und eine Maybelline-Kampagne mit Christy Turlington angeprangert: Zu stark retuschiert und nachbearbeitet und damit falsche Tatsachen vortäuschend. Auch diese Anzeigen sind von der Bildfläche verschwunden.
Es ist eine ermutigende Entwicklung. Hier werden klare Zeichen gesetzt, dass Grenzen überschritten sind und wir nicht länger dieser “Barbiefizierung” zuschauen wollen. Zu glatt, zu symmetrisch, zu porenlos, 100% faltenfrei, zu makellos – wie nicht von dieser Welt, so werden vorwiegend Frauen (aber auch Männer) für Anzeigen und Hochglanzmagazine zum unerreichbaren Ideal gephotoshoppt. Nicht nur, dass hier uns vorgegaukelt wird, mit dem Kauf der Produkte etwas zu werden oder zu verkörpern, das es in Wirklichkeit nicht gibt. Nein, der Trend zu digitaler Bildbearbeitung lässt nicht zuletzt insbesondere junge Menschen zunehmend an ihren eigenen echten Körpern verzweiflen. Weil sie etwas hinterherjagen, das unnatürlich ist.
Es tut sich was.